Im Normalfall ist eine Narbe anfangs leicht geschwollen und gerötet, nimmt aber im Laufe der Wundheilung eine unauffälligere, der umliegenden Haut ähnliche Färbung an und schwillt ab. Bei hypertrophen – auch: wulstigen – Narben ist dies nicht der Fall. Sie bleiben erhaben und gerötet und wirken so wie Fremdkörper.

Die Ursachen hypertropher Narben können unterschiedlich sein. Häufig kommt es zu dieser krankhaften Narbenbildung durch Infektionen, mangelnde Schonung der Wunde während des Heilungsprozesses oder die Veranlagung zu einer gestörten Bindegewebsbildung.

Umso vielfältiger sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Und behandelt werden sollte eine überschießende Narbenbildung insbesondere dann, wenn sie als ästhetischer Makel empfunden wird oder gar den Bewegungsablauf stört. Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser ist in der Regel das kosmetische Ergebnis.

Behandlungsmethoden

Bei der Kryotherapie wird das überschießende Narbengewebe regelrecht vereist. Dies geschieht durch ein Vereisungsspray oder durch die Injektion von flüssigem Stickstoff direkt in das Narbengewebe. Durch die Behandlung entsteht eine Erfrierungsreaktion in Form von einem Zusammenziehen der Gefäße und Blasenbildung. Nach etwa vier Wochen sind diese abgeheilt. Aufgrund der Beeinträchtigung der Hautpigmente durch die Kälteeinwirkung erscheint der behandelte Bereich nach der Behandlung oftmals heller als die umliegenden, gesunden Hautregionen.

Neben der Kryotherapie oder auch in Kombination mit derselben kann Kortison die wuchernde Narbenbildung eindämmen. Das Kortison, ein Steroidhormon, das im menschlichen Körper vorkommt und in der Medizin vielfältig zum Einsatz gelangt, wirkt entzündungshemmend und begrenzt das Wachstum des Narbengewebes, indem es in einer oder mehreren Sitzungen direkt in dieses injiziert wird.

Schließlich können hypertrophe Narben und andere fehlerhafte Wundheilungserscheinungen mittels Laserbehandlung korrigiert werden. Durch die Laserbestrahlung werden die überschüssigen Hautschichten abgetragen. Die Folge sind leichte oberflächliche Hautverletzungen, die in der Regel binnen kurzer Zeit „normal“, das heißt ohne erneute übermäßige Bildung von Narbengewebe abheilen. Die Heilung der Wunden kann durch pflegende Cremes, gegebenenfalls mit antibiotischen oder kortisonhaltigen Wirkstoffen, unterstützt werden.